Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine Erkrankung, von der weltweit Millionen Menschen betroffen sind. Sie tritt auf, wenn die Schilddrüse nicht genügend der Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) produziert. Diese Hormone sind für die Regulierung des Stoffwechsels, der Herzfrequenz und der Körpertemperatur verantwortlich.
Obwohl es sich um eine häufige Krankheit handelt, ist die Diagnose nicht immer einfach, da viele ihrer Symptome leicht mit Anzeichen anderer Gesundheitsprobleme verwechselt werden können.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber, was eine Schilddrüsenunterfunktion ist, welche Hauptsymptome sie hat und wie die Krankheit diagnostiziert und behandelt wird.
Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?
Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) liegt vor, wenn die Produktion der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) vermindert ist. Dieses Ungleichgewicht kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie beispielsweise Jodmangel in der Ernährung, Hashimoto-Thyreoiditis oder Tumore in der Hirnanhangdrüse und im Hypothalamus.
Obwohl eine Schilddrüsenunterfunktion Menschen jeden Geschlechts und Alters betreffen kann, tritt sie häufiger bei Frauen und älteren Menschen auf. Bei älteren Menschen verlaufen die Symptome oft unauffällig, was die Früherkennung der Erkrankung erschwert.
Die Erkrankung kann je nach Ursache in verschiedenen Formen auftreten. Zu den bekanntesten Formen zählen die primäre, die sekundäre und die subklinische Hypothyreose.
Primäre Hypothyreose
Die primäre Hypothyreose entsteht durch eine verminderte Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie einen erhöhten Spiegel des Thyrotropins (TSH). Zu den häufigsten Ursachen zählt die Autoimmunentzündung der Schilddrüse, die meist auf eine Hashimoto-Thyreoiditis zurückzuführen ist, einer Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift.
Eine primäre Hypothyreose kann auch als Folge einer Behandlung der Hyperthyreose auftreten, sei es durch Radiojodtherapie oder einen chirurgischen Eingriff. Tritt die Erkrankung während der Einnahme von Medikamenten wie Propylthiouracil, Methimazol oder Jod zur Behandlung der Hyperthyreose auf, bildet sie sich in der Regel nach Absetzen der Therapie zurück.
Sekundäre Hypothyreose
Eine sekundäre Hypothyreose entsteht durch eine verminderte Produktion des Thyrotropin-Releasing-Hormons (TRH) im Hypothalamus oder eine reduzierte Produktion des Thyrotropins (TSH) in der Hypophyse. Es handelt sich dabei um eine Kettenreaktion, da beide Hormone die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 anregen.
Subklinische Hypothyreose
Eine subklinische Hypothyreose entsteht durch erhöhte TSH-Hormonwerte bei gleichzeitig normalen T4-Hormonkonzentrationen. In diesen Fällen können die Patienten nur wenige Symptome aufweisen, die oft mit anderen Erkrankungen verwechselt werden und die Diagnose erschweren, oder es können sogar keine klinischen Anzeichen einer Schilddrüsenfunktionsstörung vorliegen.
Um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, wird auch in Fällen, in denen der Patient keine Symptome zeigt, eine Behandlung mit Medikamenten empfohlen, die zur Regulierung des Hormonspiegels beitragen.
Symptome
Obwohl die verschiedenen Formen der Schilddrüsenunterfunktion hinsichtlich Ursache und Behandlung variieren können, bleiben die häufigsten Symptome im Allgemeinen gleich. Dazu gehören:
- Muskelschmerzen;
- Gewichtszunahme ohne erkennbare Ursache;
- Verstopfung;
- Haarausfall und brüchige Nägel;
- Rauhe und trockene Haut;
- Kälteintoleranz und Unterkühlung;
- Übermäßige Müdigkeit;
- Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme;
- Depression, Demenz und/oder Psychose;
- Langsamer Herzschlag;
- Herzerweiterung.
Neben den häufigsten Symptomen können weitere Beschwerden auftreten, die je nach Alter und Geschlecht des Patienten variieren. Bei Frauen beispielsweise ist der Menstruationszyklus oft verändert.
Diagnose und Behandlung
Eine Schilddrüsenunterfunktion wird von einem Endokrinologen anhand einer Kombination aus einer vollständigen klinischen Untersuchung und Labortests diagnostiziert. Zu diesen Tests gehört die Analyse der TSH- und T4-Werte, die für die Erkennung von Veränderungen der Schilddrüsenfunktion unerlässlich sind.
Um die Diagnose zu bestätigen, kann der Endokrinologe zusätzlich Antikörpertests auf Schilddrüsenenzyme oder eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse anordnen. Diese ergänzenden Untersuchungen helfen, die Ursache der Erkrankung zu ermitteln und somit den Typ der Schilddrüsenunterfunktion genauer zu bestimmen.
Diese präzise Diagnose ist unerlässlich, um die optimale Behandlung für jeden Patienten festzulegen. Im Falle einer durch die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion verursachten Schilddrüsenunterfunktion besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass eine einfache Überwachung des Zustands ausreicht und keine Medikamente erforderlich sind.
Die häufigste Behandlungsmethode bei Schilddrüsenunterfunktion ist die Hormonersatztherapie. Diese Therapie sollte von einem Endokrinologen überwacht und individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten, insbesondere Alter und kardiovaskuläres Risiko, abgestimmt werden. In manchen Fällen können während der Behandlung auch Kortikosteroide erforderlich sein.
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