Laut Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Thema „ Weltgesundheitsorganisation“ leben derzeit weltweit über eine Milliarde Menschen mit einer psychischen Störung. Zu den häufigsten psychischen Störungen zählen Depressionen und Angststörungen, die als zweithäufigste Ursache für langfristige Behinderungen gelten.
In dem Bericht warnt die WHO davor, dass, obwohl in einigen Ländern Fortschritte bei den Strategien und Programmen zur psychischen Gesundheit erzielt wurden, weiterhin robustere und kontinuierlichere Investitionen erforderlich sind, um die psychische Gesundheit der Weltbevölkerung auszuweiten, zu stärken und zu fördern.
Aufgrund der Unzulänglichkeit und Mängel der Systeme zur psychischen Gesundheitsversorgung erhalten zudem nur 9 % der Menschen mit der Diagnose Depression eine minimal angemessene Behandlung.
In diesem Artikel erfahren Sie auf anschauliche Weise, was psychische Störungen sind und wie es aktuell um die psychische Gesundheit in der Welt bestellt ist – basierend auf den neuesten Daten der WHO.
Was sind psychische Störungen?
Psychische Störungen sind Erkrankungen, die das Denken, Fühlen, Verhalten und die Interaktion eines Menschen mit der Welt in irgendeiner Weise beeinflussen. Beispiele hierfür sind Depressionen, bipolare Störungen, Schizophrenie und andere Psychosen. Auch Demenz, geistige Behinderung und Entwicklungsstörungen zählen dazu.
Psychische Störungen haben vielfältige und multifaktorielle Ursachen. In den meisten Fällen führt das komplexe Zusammenspiel biologischer, psychologischer, sozialer und umweltbedingter Faktoren zur Entwicklung psychischer Störungen.
Diagnose und Behandlung
Psychiater und Psychologen diagnostizieren psychische Störungen durch eine umfassende klinische Untersuchung. Diese umfasst in erster Linie die Erhebung der Krankengeschichte und die Untersuchung des psychischen Zustands des Patienten sowie die Analyse der medizinischen und familiären Vorgeschichte, die wichtige Hinweise auf Risikofaktoren und klinische Muster liefern kann.
Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Im Allgemeinen behandeln Fachkräfte im Gesundheitswesen psychische Störungen mit Psychotherapie und, falls erforderlich, mit Medikamenten. Der Prozess ist fortlaufend und kann im Laufe der Zeit Anpassungen erfordern, abhängig vom klinischen Ansprechen und dem Therapiefortschritt des Patienten.
Auf Grundlage dieser Erklärung mag die Behandlung psychischer Störungen einfach erscheinen, doch die Realität sieht ganz anders aus. Laut Daten der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation, die von World Mental Health Today, sind die Gesundheitssysteme noch weit davon entfernt, den wachsenden Bedarf an Behandlungen psychischer Erkrankungen angemessen zu decken.
Der Bericht zeigt, dass derzeit nur 9 % der Menschen mit einer diagnostizierten Depression eine angemessene Versorgung erhalten – ein besorgniserregendes und weltweit relevantes Szenario. Selbst in den reichsten Ländern erhält laut der Studie nur ein Drittel der Depressionspatienten eine professionelle Behandlung. Diese Daten beziehen sich auf die Behandlung von Depressionen.
Index der Todesfälle durch psychische Störungen
Dem Bericht zufolge ist die Erfassung von Informationen über Todesfälle durch psychische Erkrankungen und Suizid ein komplexer Prozess. Dies liegt daran, dass offizielle Aufzeichnungen diese Ursachen selten explizit angeben. Dennoch konnte der Bericht Daten zusammentragen, die zeigen, dass allein im Jahr 2021 weltweit 727.000 Menschen durch Suizid ums Leben kamen.
Die im Bericht präsentierten Daten zeigen, dass weltweit jeder hundertste Todesfall auf Suizid zurückzuführen ist. Die Besorgnis geht jedoch über die reine Todeszahl hinaus. Die Studie belegt, dass auf jeden Suizid mehr als 20 Suizidversuche kommen, was das Ausmaß und die Schwere des Problems verdeutlicht.
Tedros Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, erklärt, der Bericht sei ein dringender Aufruf zur Transformation der psychischen Gesundheitsversorgung. Er betont zudem, das Dokument erinnere an den Aktionsplan für psychische Gesundheit. Dieser Plan ist Teil der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die von über 190 Ländern, darunter Brasilien, unterzeichnet wurde.
Laut WHO wurden in den letzten Jahren zwar Fortschritte erzielt, diese waren jedoch weder ausreichend noch schnell und wirksam. Die psychische Gesundheit zählt weiterhin zu den am meisten vernachlässigten Bereichen der globalen öffentlichen Gesundheit. Die Studie stellt außerdem fest, dass die weltweiten Suizidraten bei gleichbleibender Entwicklung bis 2030 lediglich um 12 % sinken werden. Dieses Ergebnis liegt weit unter dem Ziel der Agenda 2030, die eine Reduzierung um ein Drittel vorsieht.
Brasilien
Der Weltbericht zur psychischen Gesundheit hebt die in Brasilien eingerichteten psychosozialen Betreuungszentren (CAPS) hervor, die Teil der Maßnahmen zur Ausweitung der Versorgung und Bekämpfung psychischer Erkrankungen sind. Ziel dieser Zentren ist es, psychiatrische Kliniken zu ersetzen und eine humanere Behandlung anzubieten. Laut Bericht gab es in Brasilien bis 2020 mehr als 2.500 CAPS im ganzen Land, was die Bedeutung des psychosozialen Betreuungsnetzes in der nationalen Strategie für psychische Gesundheit unterstreicht.
Trotz dieser Investitionen steht Brasilien weiterhin vor einer gravierenden Krise im Bereich der psychischen Gesundheit. Allein im Jahr 2024 fast eine halbe Million Fehlzeiten aufgrund psychischer Probleme registriert – die höchste Rate der letzten zehn Jahre. Laut G1 entfielen von diesen Fehlzeiten rund 141.414 auf Angstzustände und 113.604 auf Depressionen, was die zunehmenden Auswirkungen dieser Erkrankungen auf Arbeitnehmer verdeutlicht.
Darüber hinaus erkennen die Gesundheitsbehörden in Brasilien Suizid mittlerweile als Problem der öffentlichen Gesundheit an. Laut der brasilianischen Gesellschaft für Notfallmedizin (Abramed) wurden im Jahr 2023 durchschnittlich 31 Krankenhauseinweisungen pro Tag aufgrund von Suizid verzeichnet. Diese Zahl berücksichtigt noch nicht die Dunkelziffer. Gleichzeitig zeigen Daten, dass sich in Brasilien durchschnittlich 38 Menschen täglich das Leben nehmen.
Hotline
Um dem Anstieg der Suizidfälle entgegenzuwirken und die Unterstützung für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen in Brasilien zu fördern, kann sich die Bevölkerung an Beratungsstellen wenden. Ein Beispiel hierfür ist das Zentrum für Lebenswertschätzung (CVV).
CVV besteht ausschließlich aus Freiwilligen und bietet kostenlose emotionale Unterstützung und Suizidprävention per Telefon oder Chat an. Anrufe sind rund um die Uhr unter der Rufnummer 188 kostenlos möglich. Der Dienst ist auch über die Website www.cvv.org.br erreichbar
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Die für diesen Artikel verwendeten Informationen stammen von World Mental Health, wurden bis zum Veröffentlichungsdatum aktualisiert und können sich ändern.